Im Rausch der Schönheit - Blaupause für ein perfektes Community Event

Mit einem Bericht über ein wundervolles Wochenende möchte ich meinen Blog starten und über all die Dinge sprechen, die sich rund um und im Ruhrpott auf so vielen Ebenen abspielen. Kommunikation, Inspiration und vor allem Kreativität stehen im Vordergrund. Dabei werde ich über Social-Media-Events, über Startups und natürlich auch über meine geliebte Fotografie sprechen.

Genug der Vorworte, stürzen wir uns ins Getümmel! 
Meiner allererste Bloggerreise führte mich ausgerechnet durch meine relativ neue Wahlheimat Dortmund. Bei dem dreitägigen Event lernte ich vielen Bloggerinnen und Blogger aus der Kunst- und Kulturszene Deutschlands kennen und habe ich mich mit ihnen auf Zeitreise und Spurensuche des Jugendstils begeben. Zusammen mit dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK), in welchem anlässlich des 135. Geburtstages des Museums eine wundervolle Ausstellung mit dem Titel „Rausch der Schönheit. Die Kunst des Jugendstils.“ zu finden ist, habe ich die Vorzüge genossen, Tourist in der eigenen Stadt zu sein, was mir die Augen für bisher unbeachtete Details geöffnet hat.

Eines noch möchte ich vorweg sagen: Ich werde in diesem Artikel weder die kunsthistorisch korrekte Einordnung durchführen können, noch über die Kunstszene und Entwicklungen in jener sprechen können, denn dafür fehlt mir schlicht die Expertise. Was ich aber machen kann ist, dass ich dieses überaus gelungene Bloggerevent als Beispiel nennen möchte, wie man eine Online-Community im echten Leben offline zusammenführt, ihnen Austausch ermöglicht und hinterher und währenddessen die Beiträge online sammelt und im Gespräch miteinander bleibt.

Freitag Abend, Treffpunkt am Hotel in Dortmund. Ich komme zu spät, denn ich habe mich verlaufen. So ein Kunststück! Denn allzu groß ist die Innenstadt von Dortmund nun auch wieder nicht und eigentlich sollte ich mein Umfeld mittlerweile etwas besser kennen. Der Stresspegel steigt leicht, als ich die Gruppe vorm Hotel auf mich warten sehe. Für mich ist es generell eine neue Erfahrung. Ich, der Politikwissenschaftler, der zwar durchaus an Kunst interessiert ist und sogar einen Künstler in der Familie hat - an dieser Stelle herzliche Grüße an meinen Cousin Hans Schulte nach Düsseldorf - bin eingeladen worden mit DEN Kunstbloggerinnen und Kunstbloggern aus Deutschland das Wochenende zu verbringen. Ich beschäftige mich zwar seit einigen Jahren intensiv mit der Fotografie und entdecke meine Leidenschaft für die Streetphotography, aber allzu sehr bin ich nicht im Thema drin. Dafür kenne ich mich im Ruhrpott aus und engagiere mich kommunikativ sehr stark für Dortmund und meine Region. Ausgleich.

Der ganze Stress verfliegt jedoch sofort, als die Hauptorganisatorin Anke von Heyl mich überaus herzlich begrüßt. Etwas verlegen rufe ich in die Runde „Hi, ich bin Fabian. Der Schichtmeister auf Instagram.“ Die kleine Vorstellungsrunde hatte ich bereits verpasst. Kleine Zweifel bleiben: Ist Instagram überhaupt relevant?

Aber egal. Gemeinsam machen wir uns alle auf den Weg zu unserer ersten Station: die alte DAB Brauerei. Mit der U-Bahn geht es in die Nordstadt. Dieses eher unrümliche Viertel Dortmunds ist gar nicht so schlecht wie sein Ruf. Ich habe drei Jahre in Berlin gelebt - glaubt mir, die Nordstadt ist gegen so manche Ecke in Kreuzberg und Neukölln echt harmlos. Und offen gesprochen: es fällt auch niemanden der Gäste negativ auf. Dann will ich sie mal nicht drauf hinweisen. Einige sind zum ersten Mal im Ruhrpott, ja zum ersten mal in NRW überhaupt. Angekommen an der Brauerei staunen wir alle nicht schlecht. Nach einer kleinen Vorstellung des Geländes werden wir mir allerhand Fakten und Infos über die Geschichte der Brauerei, aber auch über den Prozess des Bierbrauens versorgt - in einer amüsanten Ruhrpottmanier, was für Erheiterung innerhalb der Gruppe sorgt. Wir lassen den Abend mit Verköstigung in der alten Sudhalle ausklingen. Was für ein toller Auftakt!

Samstag, heute ist unser Programm wesentlich umfangreicher.
Ich bin pünktlich. Die Welt ist in Ordnung. Treffpunkt ist wieder im Hotel. Ich habe die Möglichkeit ausgeschlagen auch dort unterzukommen, denn mein Weg von meiner Wohnung dorthin dauert nur etwa 20 Minuten. Wir werden von einem Kleinbus abgeholt und steuern das alte Hafenamt an. Im Anschluss machen wir uns auf den Weg zur einzigen Kirche Dortmunds, die im Jugendstil erbaut wurde. Sie steht im Stadtteil Marten. Ich wüsste nicht, dass ich schon mal in dieser Ecke Dortmunds gewesen bin. Umso erfreulicher ist die Überraschung, als wir an der zunächst unscheinbaren Kirche ankommen. Im Anschluss folgt noch ein Besuch auf der beeindruckend schönen Zeche Zollern, ein Rundgang am verwunschenen Dortmunder Ostfriedhof, auf welchem berühmte Persönlichkeiten ihre letzte Ruhe gefunden haben. Daran anknüpfend gehts mit einem Spaziergang durch das im Jugendstil geprägte Kaiserviertel, bevor wir am Abend eine exklusive Führung durch die Ausstellung im Museum bekommen. 
Beim abendlichen Dinner im Museum erlangen wir kulinarische Impressionen vom Fin de Siècle bis in die Goldenen Zwanziger - was für ein wahnsinnig spannender Tag! Eine kleine Truppe zieht noch weiter ins Sissikingkong. Heute ist La Boum - eine legendäre Partyreihe. Ich schließe mich der Truppe an, denn La Boum wollte ich auch schon immer mal, oder sagen wir: seit dem ich in Dortmund wohne, erleben. Wir werden nicht enttäuscht.

Sonntag, der Tag, an dem die Klassenfahrt wieder endet.
Etwas müde treffen wir uns direkt im Museum, denn es steht ein Schnupperkurs im Urban Sketching auf der Agenda. Guido Wessel, Museumsshopbetreiber und leidenschaftlicher Urban Sketcher, bringt uns in entspannter Atmosphäre die Thematik etwas näher und animiert uns zum Sketching. Ein interessanter Gedanke übrigens: einfach immer einen kleinen Block dabei haben und den Tag über aufzeichnen, was uns bewegt, was wir spannendes erleben oder einfach nur zum Abschalten etwas kritzeln. Ohne Zwang und bei mir auch ohne Talent. Aber darum geht es gar nicht zwangsläufig, wie wir gelernt haben. Es gibt also noch Hoffnung für mich! Nach diesem spannenden Exkurs steht es uns noch frei durch die Ausstellung erneut zu schlendern. Bei dem ein oder anderen Gespräch werden noch die letzten Infos ausgetauscht, bevor sich die Elferrunde auflöst. 

Jetzt haben wir uns kennengelernt. Was passiert danach?

Über eine Facebookgruppe, aber auch via Instagram und Twitter bleiben wir miteinander verbunden. Und auf diesen Punkt möchte ich abschließend noch einmal hinweisen. Denn die Vernetzung und der Kontakt im Nachhinein ist mindestens genau so wichtig, wie die Ansprache im Vorfeld und die Betreuung vor Ort. Für das Museum war es mit Sicherheit auch eine spannende Erfahrung, denn diese Arten der Vernetzung legen schlussendlich den Grundstein dafür, die jüngeren Generationen für Museen im Allgemeinen zu interessieren und somit auch einen enorm wichtigen Beitrag dazu zu leisten, dass Kunst und Kultur noch immer ihren Stellenwert in den Wirren der fortschreitenden Digitalisierung behaupten können. Denn insbesondere Museen sind nicht immun gegenüber dem Wandel. Das MKK in Dortmund hat hier einen richtigen und wichtigen Impuls gesetzt. 

#WieSchön #RauschDerSchönheit


Ein besonderes Dankeschön geht an:

Anke von Heyl (Hauptorganisatorin)

Claudia Saar

Dortmund Tourismus

Museum für Kunst und Kulturgeschichte MKK insbesondere an Dr. Gisela Framke, Joana Maibach und Dr. Jens Stöcker

LWL Industriemuseum Zeche Zollern

Guido Wessel, Museumsshopbetreiber im MKK, Urban Sketchers Dortmund

und nicht zuletzt an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die das Wochenende so unvergesslich gemacht haben. Ich danke Euch vielmals für den spannenden Austausch und die Einblicke in diese mir bisher nicht allzu bekannte Welt. 

Glück auf und bis hoffentlich bald!